Mittwoch, 30. November 2011

Wunderheiler

"Hallo ihr lieben!

Ich arbeite für eine Tv- Produktionsfirma und wir planen ein neues Format, indem wir Menschen mit Zwängen oder psychischen Störungen helfen möchten.
Wir arbeiten dabei mit dem berühmten Hypnotiseur "PHARO" zusammen, der versuchen wird, euch allein durch die Kraft der Hypnose zu helfen!

Wer Interesse hat, kann sich sehr gerne bei mir melden.

Liebe Grüße aus Köln,"

Mann, was will ich kotzen!

Sonntag, 20. November 2011

Unter Haien

Da sind sie also, die Immobilienhaie. Sie kamen nicht, wie von Herrn Meier angedroht, um mich vor die Tür zu setzen oder meine Miete zu verfünffachen, sondern erst nachdem ich die Wohnung aus eigenem Antrieb und freien Stücken gekündigt habe.
Was genau sie eigentlich von mir wollen, weiß ich auch nicht genau. Das Schreiben des outgesourcten Tochterunternehmens meines Vermieters, der seit einigen Monaten eine AG ist, liest sich etwas - nun ja, weltfremd, irgendwie. Aber vielleicht bin ich es auch, die weltfremd ist. Eine Wohnung primär als Lebensraum zu betrachten und nicht als Kapitalanlage ist ja auch sowas von 90er!
Mir ist es ehrlich gesagt scheißegal, was mit der Wohnung passiert, sobald ich ausgezogen bin. Sie gehört mir ja nicht. Warum also erzählt mir das Tochterunternehmen, der Interessent wäre "ausschließlich an Kapitalanlagen interessiert"? Soll mich das beruhigen? Oder beunruhigen? Vielleicht sollte ich ihm raten, besser in Edelsteine oder -metalle zu investieren. Eine einzelne, unvermietete Wohnung in einem 12-Parteien-Haus ist meiner Meinung nach nicht besonders gut geeignet, um damit schnell reich zu werden. Vielleicht ist der Interessent nur auf die Immobilienfuzzi-PR reingefallen, die Logik bleibt mir jedenfalls verborgen.
Soll er kommen, soll er gucken. Auch wenn ich leicht angepißt bin, daß vorsorglich darauf hingewiesen wird, ich wäre verpflichtet, die Besichtigung meiner Wohnung zu ermöglichen. Nur "der guten Ordnung halber", versteht sich. Nicht etwa, um im Vorfeld schon eine feindselige Atmosphäre zu schaffen, indem mir unterstellt wird, ich wäre nicht kooperativ. Und keinesfalls um mir zu zeigen, daß das Recht auf Privatsphäre und Unverletzlichkeit der Wohnung nur lästige Paragraphen sind, die man, nur pro forma, nicht so ganz übergehen darf.

Aber was will ich denn? Das war doch geradezu vorbildlich! Es geht auch ganz anders! Man kan mir auch einfach einen kleinen Zettel in die Wohnungstür schieben, auf dem man mich bittet, dringend zurückzurufen. Zurück? Da war gar kein Hinruf, auf den ein Rückruf hätte erfolgen können. Immerhin gibt es neben der Handy- noch eine Festnetznummer und einen Nachnamen, der Vorname ist mit S. abgekürzt. Die Telefonnummer bei google einzugeben kann man jetzt nicht gerade als Recherche bezeichnen. Und es reichte schon, um herauszufinden, daß S. die Inhaberin einer Immobilienfirma ist.
Ich kann es nicht leiden, für dumm gehalten zu werden. Das empfinde ich als Beleidigung.
Wie seriös kann eine Firma sein, die es nötig hat, derartig Versteck zu spielen? Ein Brief oder wenigstens eine kurze Notiz im Briefkasten, wer sie ist und was sie will, hätte doch drin sein müssen, oder? Ach ja, ich glaube, ich versteh das Immobiliengeschäft wirklich nicht.

Mal unter uns, liebe S., wenn meine Mutter zu mir sagt, ich solle mich (doch mal wieder) melden, ist das der Grund dafür, genau das wochenlang nicht zu tun. Wenn nun eine Fremde dies tut, ohne irgendetwas von sich preiszugeben und dann noch suggeriert, es wäre eilig, was wird dann wohl passieren?
Sie wollen etwas, offenbar meine Wohnung. Und sie brauchen dafür meine Unterstützung. Nun, dann dürfen Sie sich gern etwas mehr Mühe geben. Ich hab nämlich nichts davon Ihnen zu helfen. Vor allem dürfen Sie mich als erwachsenen Gesprächspartner sehen und ernst nehmen.

Das sind sie also, die Immobilienhaie.

Freitag, 18. November 2011

Wer bistn du?

Ich bin weiblich, Anfang 30, verheiratet, gebürtige Ostberlinerin, gelernte Kinderkrankenschwester, Katzenbesitzerin, noch Studentin (Geisteswissenschaften, ja, ich weiß...), bald Exildeutsche und rein privat hier.

Und du?

Was soll der Scheiß?

Ein Professor riet mir einst, doch zu bloggen, um das Schreiben zu üben, um meine Schreibhemmung zu überwinden, um im Studium voranzukommen.
Ich dachte: Dafür hab ich keine Zeit! Bloggen muß man regelmäßig, sonst kann man's gleich lassen. Ich hab so viel zu tun, ich kann mir unmöglich noch eine Verpflichtung aufhalsen.
Aber ich hatte große Lust zu schreiben. Ich schreibe gerne und wenn ich mir Mühe gebe, auch gut. Ich glaube, daß ich schon einige inhaltlich mäßige Arbeiten durch meinen Stil aufgewertet habe.
Als ich angefangen habe zu bloggen, war längst klar, worum es gehen sollte. Meine Heimatstadt, die ich nie hatte verlassen wollen, hatte sich verändert. Vieles hier ging mir zunehmend auf die Nerven, ich regte mich über alles Negative mehr auf als daß ich mich über Positives freuen konnte. Ich brauchte ein Ventil, ich mußte meinen Frust loswerden. Darum also dieser (dieses?) Blog.
Was ich gelernt habe: Es ist mir nicht wichtig, ob das hier jemand liest. Ich schreibe für mich, ich schreibe, um Dinge loszuwerden, die mich beschäftigen. Dennoch freue ich mich über Kommentare (und die Möglichkeit sie hemmungslos zu moderieren).
Inzwischen empfinde ich das Thema "Meckern über Berlin" als zu eng gefaßt. Ich würde auch gern über anderes schreiben. Vielleicht tu ich das bald, vielleicht sogar hier.
Alles ist offen und bald ist alles neu.

Donnerstag, 10. November 2011

Gute Idee

Wenn ich mit dem Fahrrad durch Berlin fahre, sehe ich Baustellen, zerdepperte Bierflaschen auf dem Bürgersteig, vollgekotzte Bahnhöfe, aggressive, ihren Müll und ihre Körperflüssigkeiten auf der Straße entsorgende Mitbürger, rücksichtslose Taxifahrer und weitere Unannehmlichkeiten, mit denen ich Seiten füllen könnte...
So etwas sehe ich leider nicht. Aber dafür gibt's ja das Internet.

(Ja, es ist ein Facebook-Link. Nein, man muß dort nicht registriert oder angemeldet sein, um sich über das Projekt "Give Box" zu informieren.)

Freitag, 7. Oktober 2011

...

Bin beschäftigt.

Freitag, 2. September 2011

Offener Brief II

Liebe Bezirksverordnete, verehrter Verkehrssenator, werte Stadtplaner,

Ihre Bemühungen, den Bezirk fahrradfreundlicher zu gestalten, begrüße ich außerordentlich. Die neuen Radwege allüberall sehen super aus und nutzen vielen:
Taxi- und DHL-Fahrer sowie Supermarktzulieferer haben eine prima Be- und Entladezone, Polizei und Privatleute freuen sich über eine zusätzliche Parkspur und Baustellenbetreiber können ihr Material für ein paar Monate oder Jahre lagern, ohne eine Straßen(teil)sperrung bezahlen zu müssen. Und zugleich ist es eine schöne Imagekampagne für Sie: Wir denken mit, wir machen was.
Und wenn Platz oder Geld nicht reichen, einen anständigen Radweg zu bauen, wird eben ein weißer Streifen auf den Asphalt gemalt, ein paar Piktogramme dazu, schon kann man sich gegenseitig auf die Schulter klopfen und dann wieder zur Tagesordnung übergehen.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Restlegislaturperiode und verbleibe herzlichst

Ihre Anna Lühse

Donnerstag, 18. August 2011

Belanglosigkeiten

Vor dem Einschlafen 4 Mücken erlegt, eine ist entwischt. Mit Autan eingesprüht und wieder bei offener Balkontür geschlafen.

Es ist bescheuert, auf der Baustelle schon um 5:30 Uhr zu lärmen, wenn selbige ab spätestens 15:00 Uhr völlig verwaist liegt.

Ohropax sind ein Segen.

Wenn das Fahrrad ein paar Tage ungenutzt auf dem Hof steht, weicht die Luft viel schneller aus den Reifen als wenn es ein paar Tage ungenutzt in der Wohnung steht.

Der Ausbau des Dachgeschosses einen Aufgang weiter, von ständigem Hämmern und Bohren begleitet, stört fruchtbar beim Lernen. Mittags- und Nachtruhe gilt immer nur dann, wenn man sie grade selber braucht.

Ausgerissene Haare wachsen merkwürdig wieder nach.

Deutsche Behörden erhöhen den Konsum von Kopfschmerztabletten. Gibt es da Absprachen?



Was man halt so schreibt, wenn die wichtigen Dinge noch zu frisch sind...

Sonntag, 24. Juli 2011

Schlechter Tag?

Es gibt Tage, da sollte man besser nicht vor die Tür gehen.
Leider läßt sich das nicht immer bewerkstelligen und als ich neulich wieder so einen Tag hatte, war ich natürlich gerade durch die Kasse und hatte schon bezahlt, als mir die Margarinepackung runterfiel und dabei aufplatzte.
Ich muß unglaublich verzweifelt und bemitleidenswert ausgesehen haben. Die Kassiererin jedenfalls unterbrach ihre Akkordarbeit, nahm mir das kaputte Teil ab und sagte: „Holen Sie sich ne neue.“
So was Nettes! Schade, daß der Gorilla im Anzug, der den Aufpasser spielt (ein Detektiv verhält sich wenigstens unauffällig) den Eindruck kaputtmachen mußte, indem er mir folgte und aufpaßte, daß ich nicht etwa noch irgendwas mitnehme, was ich dann nicht zu bezahlen gedenke...
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Berlin zum Abgewöhnen

Berlin ist eine tolle Stadt

wenn nur die Berliner nicht wären. Und das Wetter.

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